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🇪🇺Seit dem 1. Mai 2026 in Kraft🇧🇷

EU-Mercosul-Abkommen: was sich für Ihre Marke ändert

Das größte Freihandelsabkommen der Amerikas trat am 1. Mai 2026 in Kraft. Für brasilianische Unternehmen mit eingetragenen Marken haben die Auswirkungen auf das geistige Eigentum unmittelbare Konsequenzen. Dieser Leitfaden erklärt, was sich geändert hat, was auf dem Spiel steht und was Sie jetzt tun sollten.

🇧🇷INPI🇪🇺EUIPO🌐700+ IGs1. Mai 2026

Was ist der EU-Mercosur-Vertrag?

Nach mehr als dreißig Jahren Verhandlungen trat der Assoziierungsvertrag zwischen der Europäischen Union und dem Mercosur (Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay) am 1. Mai 2026 in Kraft. Es ist das ambitionierteste bilaterale Abkommen in der Geschichte der EU hinsichtlich des umfassenden Handelsvolumens.

Neben Zollsenkungen und Herkunftsregeln enthält das Abkommen ein Kapitel, das sich auf Geistiges Eigentum bezieht, mit verbindlichen Bestimmungen über Marken, geografische Angaben, Urheberrechte und Patente — wodurch Brasilien allmählich mit den europäischen Standards ausgerichtet wird.

Für brasilianische Unternehmer bedeutet dies eine Chance auf bevorzugten Zugang zum europäischen Markt — aber auch neue Risiken für Unternehmen, die ihr geistiges Eigentum nicht ordnungsgemäß geregelt haben.

Direkter Einfluss auf geistiges Eigentum

Vier Veränderungen, die Ihre Marke jetzt betreffen

Geografische Angaben — neue Risikoschicht

Der Vertrag schützt mehr als 355 europäische geografische Angaben (GAs) im Mercosur und Dutzende brasilianischer GAs in Europa. Jedes Unternehmen, das geografische Bezeichnungen verwendet — insbesondere in Lebensmitteln, Getränken, Textilien und Handwerk — muss prüfen, ob sein Name mit einer geschützten GA kollidiert, bevor es exportiert.

Erweiterung grenzüberschreitender Anmeldungen

Mit der Senkung der Handelshemmnisse werden europäische Unternehmen mehr Marken in Brasilien anmelden — und umgekehrt. Das Volumen potenzieller Konflikte beim INPI wird zunehmen. Das bloße Überwachen des INPI ist nicht mehr ausreichend: Der EUIPO muss mit der gleichen Aufmerksamkeit überwacht werden.

Kürzere Oppositionsfrist in der Praxis

Mit der Erhöhung der Anmeldeanzahl wird die formelle Oppositionsfrist (90 Tage beim INPI, 3 Monate beim EUIPO) kritischer. Ohne kontinuierliches Monitoring verlieren Unternehmen die Frist, bevor sie von einem Konflikt erfahren.

Konflikte historischer Coexistenz

Marken, die seit Jahrzehnten in Brasilien registriert sind, können nun mit europäischen GAs oder Marken kollidieren, die im brasilianischen Markt Anerkennung finden. Eine proaktive Portfolioüberprüfung wird empfohlen — insbesondere in den Sektoren Agrar, Weinbau und Ursprungsbezeichnungen.

Geografische Angaben

Beispiele für GAs mit neuem Schutzstatus

Unternehmen, die diese Bezeichnungen in Produkten oder Marken verwenden, müssen die unmittelbare Konformität prüfen.

🇧🇷

Cachaça

Geschützt in der EU

🇧🇷

Vale dos Vinhedos

Geschützt in der EU

🇧🇷

Café do Cerrado

In Bearbeitung

🇫🇷

Champagne

Geschützt in Brasilien

🇫🇷

Roquefort

Geschützt in Brasilien

🇮🇹

Parmigiano Reggiano

Geschützt in Brasilien

Nicht erschöpfende Liste. Der Vertrag schützt über 355 europäische GAs und Dutzende brasilianische GAs auf dem EU-Markt.

Aktionenplan

Was Ihre Firma jetzt tun sollte

Unternehmen, die exportieren, importieren oder eine Expansion in den nächsten 24 Monaten planen, sollten vor dem Auftreten von Konflikten in den IP-Büros handeln.

  • 01

    Das Markenportfolio überprüfen, um Coexistenzen mit geschützten europäischen GAs zu identifizieren

  • 02

    Die kritischsten Marken beim EUIPO anmelden, bevor kommerzielle Aktivitäten in Europa beginnen

  • 03

    Kontinuierliches Monitoring sowohl beim INPI als auch beim EUIPO aktivieren, um neue konfliktträchtige Anmeldungen zu erfassen

  • 04

    Lizenz- und Vertriebsverträge überprüfen, die durch Veränderungen der territorialen Exklusivität betroffen sein könnten

  • 05

    Dokumentieren Sie die Nutzung der Marke in Brasilien für eine mögliche Verteidigung in europäischen Einspruchverfahren

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